Donnerstag, 26. Oktober 2017

Joseph's Coat | 6 Köpfe - 12 Blöcke im Oktober

stitchydoo: Joseph's Coat Patchwork Block | 6 Köpfe - 12 Blöcke im Oktober



Rund, mit Ecken und Kanten, so würde ich meinen Joseph's Coat bezeichnen. Als ich die Anleitung für den Oktober Patchwork-Block bei Andrea gesehen habe, entronn mir schon ein kurzes Stöhnen. Uff, Handapplikation. Eigentlich scheue ich das Nähen von Hand ja nicht, aber so viele Teile? Wenige Tage nach Vorstellung des Monatsblocks wurden von den anderen 6 Köpfen des Sew Alongs alternative Vorgehensweisen gezeigt, mitunter auch welche, die das Applizieren mit der Maschine vorsahen. Ich habe es mir durch den Kopf gehen lassen aber irgendwie störte mich die maschinenapplizierte Variante gedanklich dann doch neben alle den anderen Blöcken, die keine sichtbaren Nähte haben. Nun gut, dann also Handapplikation.

stitchydoo: Joseph's Coat Patchwork Block | 6 Köpfe - 12 Blöcke im Oktober

Mein Weg zum Ziel besteht aus einem Mix aus Nadras Tutorial zum Vorbereiten der Blätter mittels Freezer-Paper und Andreas Anleitung zum Applizieren per Hand. Da Freezer-Paper ja eher etwas ist, dass in Amerikanischen Haushalten vorhanden ist, habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht. Suchmaschine sei Dank bin ich schnell fündig geworden. Die Alternative heißt: Druckerpapierumverpackung. Diese ist nämlich innen ebenfalls beschichtet - auch wenn man es augenscheinlich kaum wahrnehmen kann - und haftet mittels Bügeln damit temporär press auf dem Stoff.

stitchydoo: Joseph's Coat Patchwork Block | 6 Köpfe - 12 Blöcke im Oktober

Etwas friemelig war dann das Umbügeln der Nahtzugaben über die Papierkanten. Einmal geschafft, sollte man die Teile auch gleich weiterverarbeiten, sonst bügelt man, wie ich, einige Tage später nochmal nach. Ganz flüssig sind mir die Rundungen nicht bei allen Blättern des Joseph's Coat gelungen und auch meine Spitzen habe ich wohl zu großzügig zurückgeschnitten, so dass sie teilweise etwas ausfransen.

stitchydoo: Joseph's Coat Patchwork Block | 6 Köpfe - 12 Blöcke im Oktober
Ausgelegt habe ich die Blätter, passend zu meinen anderen bunten Patchwork-Blöcken, im Farbverlauf und zum Applizieren ohne Kleber, dafür aber mit vielen Stecknadeln auf dem Hintergrundstoff befestigt. Das Annähen ging dann doch sehr gut von der Hand, so dass ich es nicht bereue, mich für diese Variante entschieden zu haben.

Ich bin schon sehr gespannt, welche Blöcke die letzten zwei Monate des 6 Köpfe - 12 Blöcke Sew Alongs bringen werden. Eine genaue Vorstellung, wie ich die Blöcke zum Top zusammenfügen möchte, habe ich inzwischen auch schon.

Macht's gut!
Katherina

Verlinkt bei: RUMS, 6 Köpfe - 12 Blöcke #12BlöckeOktober

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21 mit Ärmelanpassung

stitchydoo: Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21

Heißgeliebt und in der vergangenen Woche bereits im Dauereinsatz, ist meine neue Softshelljacke. Genäht habe ich sie nach dem Schnittmuster No 21 von Lillesol & Pelle* und zwar in der Stars-Version, mit Reißverschlussuntertritt, seitlichen Reißverschlusstaschen und Gummikordel in der Kapuze. In Sachen Softshell bin ich bei Stoff und Stil fündig geworden. Grau meliert mit schwarzer Fleece-Rückseite - da kann man doch nichts falsch machen.

stitchydoo: Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21

Da ich weder Zeit noch Stoff für eine Probevariante habe, habe ich vorab penibelst Maß genommen. Anhand der Maßtabelle des Schnittmusters suchte ich mir die für mich passende Größe heraus und achtete dabei auch darauf, dass die Jacke noch genug Luft für einen dicken Pulli bietet. Da ich üblicherweise an den Oberarmen etwas mehr Weite benötige und der Softshell nicht sehr dehnbar ist, habe ich auch hier akribisch vermessen. Angaben zur Oberarmweite sind in der Maßtabelle nicht aufgeführt, so dass ich die Schnitteile erst ausgeschnitten und dann auch den zweiteiligen Ärmel ausgemessen habe. Wie erwartet fiel dieser für mich etwas knapp aus.

Im Internet bin ich dann auf diverse Anleitungen gestoßen, wie man im Ärmelschnittmuster die Oberarmweite anpassen kann und nahm die nötigen Änderungen nach folgendem Prinzip vor. In der Theorie sollte nun also alles passen. Auftrennen ist bei Softshell keine wirklich gute Option und erst gar nicht, wenn man nach jedem Arbeitsschritt die Nähte fein säuberlich absteppt.

Die einzig weitere Anpassung, die ich vorgenommen habe, betrifft die Saumzugaben. Hier habe ich großzügig 6 anstelle der angegebenen 3 cm zugegeben, was sich letztlich als goldrichtig erwies. Ärmel dürfen bei mir lieber etwas zu lang, aber niemals zu kurz sein.

stitchydoo: Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21
Der Softshell ließ sich wunderbar vernähen. Ganz wichtig, was ich zuvor auch in den umfangreichen Tipps zum Vernähen von Softshell bei farbenmix gelesen hatte, ist die Verwendung einer neuen Nähmaschienennadel. Beim ersten Testlauf ließ meine Maschine nämlich promt Stiche aus. Mit einer neuen 90er Nadel lief dann alles wie am Schnürchen.

Die Jacke ist nicht gefüttert und wird innen daher mit Belegen verarbeitet. In der Anleitung wird darauf hingewiesen, dass - besonders wenn man sich für den Reißverschlussuntertritt entscheidet - im Bereich des Reißverschlusses einige Lagen Material zu bezwingen sind. Ich meine, wenn man die Nahtzugaben mit berücksichtigt, sind es sogar noch einige mehr als angegeben. Darum sollte man vorab unbedingt testen, ob die Maschine sich durch so viele Schichten des doch recht dicken Stoffs arbeiten kann. Alternativ wird empfohlen, den Untertritt und/oder die innenliegenden Belege aus einem dünneren Material zu fertigen. Ich wollte auf Nummer Sicher gehen, auf die Belege aus Softshell jedoch nicht verzichten, und entschied mich somit dafür, den Untertritt aus Webware zu nähen. Diesen habe ich zusätzlich aber mit einer sehr leichten Bügeleinlage verstärkt.

Ebenso aus Webware habe ich das vordere Futter der Taschen gearbeitet. Der hintere Taschenbeutel ist aus Softshell und zwar so rum verarbeitet, dass die wärmende Fleece-Rückseite innen liegt.

stitchydoo: Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21


Die Schnittteile sind vorab alle mit der Overlock versäubert und mit einem normalen Geradstich zusammengenäht. Die Nahtzugaben habe ich auseinandergelegt und bis auf die Unterarmnaht alle Nähte links und rechts der Naht abgesteppt. Das ist zwar etwas aufwändiger, aber das Ergebnis überzeugt. Etwas kniffelig war, wegen der vielen Stofflagen, zum Ende hin dann noch das Absteppen des Reißverschlusses. Hier stellte sich heraus, dass ich mit dem Untertritt aus Baumwollstoff alles richtig gemacht hatte. Ein paar Fehlstiche ließen sich an dieser Stelle leider nicht vermeiden, vielleicht war aber auch die Nähmaschienennadel inzwischen schon wieder zu sehr beansprucht. Über die ausgelassenen Stiche habe ich punktuell einfach noch einmal drüber genäht und sie damit quasi unsichtbar gemacht.

stitchydoo: Softshelljacke nähen - Lillesol & Pelle No 21


Was bleibt mir jetzt noch zu sagen? Wie anfangs geschrieben, habe ich die Jacke bereits seit zwei Wochen im Dauereinsatz. Sie passt, sitzt und trägt sich super angenehm. Einziges Manko, ich finde die Kragenweite etwas beengend, wenn ich den Reißverschluss komplett bis obenhin zuziehe. Dennoch freue ich mich, dass die Modifikation der Ärmelweite so super hingehauen hat und ich mir mit dem angepassten Schnittmuster nun ohne zusätzliche Experimente und Änderungen zukünftig eine weitere, gut sitzende Jacke nähen kann. Und wer weiß, vielleicht legt sich nun, wo ich wieder etwas in Sachen Schnittmusteranpassung gelernt habe, auch meine grundsätzliche Scheu vor Schnittmustern, die für nicht-dehnbaren Stoffe konzipiert sind.

Macht's gut!
Katherina

Verlinkt bei: RUMS


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