Posts mit dem Label Erfahrungsberichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Erfahrungsberichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 7. Januar 2015

Meine Neue | Nähen mit der Pfaff Expression 3.2

Seit etwas mehr als drei Monaten nähe ich nun mit einer Pfaff Expression 3.2, habe inzwischen verschiedene Materialien verarbeitet und bin nun soweit eine erste Bilanz ziehen zu können. Warum eine neue Maschine? Wieso ausgerechnet eine Pfaff Expression 3.2 und ganz wichtig, wie näht es sich mit ihr? Das möchte ich euch heute erzählen.

stitchydoo: Nähen mit der Pfaff Expression 3.2
Ich habe mich vor dem Kauf selbst nach Erfahrungsberichten im Internet umgesehen aber überraschenderweise nur verhältnismäßig wenige gefunden. Hauptsächlich handelt es sich um Anfragen in Foren, deren Antworten größtenteils darauf hinauslaufen, man solle die Maschinen am besten selbst in einem Fachgeschäft testen und vergleichen. Sofern die Möglichkeit besteht, ist dies sicher ein kluger Ratschlag, wenn es aber auch darum geht unterschiedliche Fabrikate zu vergleichen, dann ist es je nach Wohngegend nicht immer so einfach möglich, passende Händler zu finden. Ich habe meine Maschine online bestellt und hatte ein 60-Tage Rückgaberecht. Das beruhigt und gibt ausgiebig Zeit zum Testen ;-)

Warum eine neue Maschine?

Bislang nähte ich auf einer Brother D2500, die mir viele Jahre gute Dienste erwiesen hat. In letzter Zeit jedoch stoß ich damit zunehmend häufiger an meine Grenzen. Dünnen Jersey mochte sie überhaupt nicht und bei dickeren Lagen Kunstleder (z.B. beim Annähen von selbstgenähten Taschengurten) ging es nicht selten nur noch per Handbetrieb voran. Die Fehlermeldungen häuften sich, so macht Nähen keinen Spaß! Es musste also etwas belastbareres und robusteres her.

Welche Maschine? Die Qual der Wahl.

Was das Budget betrifft, so setzte mir aber eine Obergrenze bei 1500 EUR. Dafür sollte man doch was Gutes bekommen! Und so verglich ich verschiedene Modelle. Viel Schnickschnack brauche ich nicht. Zierstiche nutze ich kaum, Fäden schneide ich ganz oldschool mit der Schere ab und sogar ein Nadeleinfädler wird von mir irgnoriert. (Bemerkung am Rande: Ich finde die Bedienung eines Nadeleinfädlers viel komplizierter, als den Faden auf direktem Weg durch die Öse zu bugsieren. Vielleicht ist es aber auch nur die Gewohnheit.) Wichtig bei der Wahl einer neuen Nähmaschine war mir aber, dass sie auf Dauer gut belastbar ist, ein sehr gutes Stichbild liefert sowie dünne als auch dicke Stoffe gut verarbeitet. Einen Obertransport sowie einen ausreichend großen Durchlassraum sollte sie ebenfalls haben.

Letztenendes standen drei Maschinen in der engeren Auswahl: Die Pfaff Expression 3.2, die Pfaff Expression 4.2 sowie die Janome MC 6600. Letzterer wird ja nachgesagt, dass sie ein absolutes Arbeitstier sei. Aufgrund des fehlenden Freiarms entschied ich mich aber dagegen. Wenn ich die beiden Pfaff-Maschinen nun miteinander vergleiche, dann sind die Features, die die Pfaff Expression 4.2 mehr bietet, keine, die ich momentan unbedingt benötige. Einige davon weiß man vermutlich auch erst zu schätzen, wenn man sie einmal kennengelernt hat. Ich möchte hier nicht weiter auf die einzelnen Spezifikationen der Maschinen eingehen. Diese lassen sich bei zahlreichen Onlineanbietern abrufen und vergleichen.

Und so fiel die Entscheidung auf die Pfaff Expression 3.2., die letztendlich auch noch die günstigste der drei Maschinen war. (Kenner meines Blogs und meiner Person könnten mir nun unterstellen, die Entscheidung aufgrund der Farbe getroffen zu haben. Dem ist natürlich nicht so, es ist aber trotzdem ein sehr erfreulicher Zufall ;-))

stitchydoo: Nähen mit der Pfaff Expression 3.2

Und wie näht sie? 

Zwei Tage nach meiner Bestellung traf die Maschine hier ein. Ich packte aus und war gleich überrascht: Was für ein riesen Teil. Im Vergleich zu meiner alten Nähmaschine wirkte sie gewaltig! In Betrieb genommen war sie schnell und der erste Eindruck war durchweg positiv. Das Maschinchen surrt! Ein angenehmes Geräuch im Vergleich zu dem Rattern der alten Maschine. Die Pfaff Expression 3.2 hat einen bombenfesten Stand, da bewegt sich nichts. Insgesamt macht sie gleich einen sehr robusten Eindruck.
Die Maschine kommt mit einer harten Kofferhaube, einem breiten Fußanlasser und ausreichend Zubehör daher. Selbst ein Freihandstopffuß ist mit dabei. Ich habe mir gleich noch ein paar weitere Spulen mitbestellt und für das Malen mit der Nähmaschine einen weiteren Freihandfuß, der vorne offen ist und einen besseren Blick auf die Nadel erlaubt. Die Nähfüße, Spulen, Werkzeug, etc. können in einem geräumigen, aufklappbaren Fach der Maschine untergebracht werden und sind somit schnell griffbereit.

Inzwischen habe ich viele Materialien vernäht und bin durchweg überzeugt. Wo ich mir beim Nähen von Wachstuch (aufgrund fehlendem Teflonfußes) vorher mit dem Abkleben des Nähfußes zu einem akzeptablen Transport verhelfen musste, transportiert diese Maschine den beschichteten Stoff anstandslos. Auch durch mehrere Lagen Kunstleder oder Jeans kommt sie problemlos durch. Dünner Jersey? Kein Problem! Keine aufgefressenen Anfänge, keine ausgelassenen Stiche. Eine Patchworkdecke findet beim Quilten ausreichend Platz in dem 25 cm breiten Durchlassraum.

Was sie nicht mag, - da war meine alte Maschine hingegen ganz anspruchslos - ist das billige Nähgarn vom Discounter. Das reißt ganz gerne. Beim normalen Geradeausnähen geht es, aber beim Freihandmalen mit der Nähmaschine ist nichts zu machen. Finde ich jetzt nicht allzu tragisch, da ich eigentlich gerne auf Qualität setzte. Das Garn vom Discounter was bisher immer praktisch, um für den Fall der Fälle möglichst eine passende Farbe da zu haben und auch jene Farben abzudecken, die ich sonst selten verwende.
Was die Maschine ebenfalls nicht mag, sind die großen, schweren Nähgarnkonen. Schwarz und Weiß hatte ich bislang immer ganz gerne auf den großen Konen gekauft (ja ja, auch wenn es eigentlich für die Overlook gedacht ist), aber eine volle Kone scheint der Motor, sofern ich nicht einen anderen Fehler mache, nicht zu packen. Ok, damit werde ich leben können und müssen ;-)

stitchydoo: Wachstuch nähen mit der Pfaff Expression 3.2
Was mir gleich sehr positiv aufgefallen ist, ist die in 37 Stufen verstellbare Nadelposition. Finde ich super praktisch z.B. bei Applikationen. Zierstische hat sie auch eine Menge, auch wenn ich diese eher selten nutze. Einen Nadeleinfädler gehört ja inzwischen zum Standard und so hat natürlich auch diese Nähmaschine einen. Das Gute hier ist aber, dass er mir beim Einfädeln von Hand als Linkshänder nicht im Weg ist. Das war bei der alten Maschine etwas störend.

Mein Fazit

Ich bin rundum zufrieden mit meiner Wahl. Die Pfaff Expression 3.2 bietet mir in jeder Hinsicht eine enorme Verbesserung und Erleichterung beim Nähen. Sie ist für meine jetzigen Ansprüche mehr als ausreichend und ich kann sie guten Gewissens weiterempfehlen.

Wie ich gerade sehe, ist die Pfaff Expression 3.2 inzwischen als Auslaufmodell deklariert, da bereits das Nachfolgermodell, die Pfaff Expression 3.5 erschienen ist.

Vielleicht wird dieser Beitrag in Zukunft dennoch dem ein oder anderen bei der Kaufentsscheidung behilflich sein können. Wer auf der Suche nach weiteren Erfahrungsberichten zu verschiedenen Nähmaschinen ist, der wird über die Linksammlung "Unsere Schätzchen" fündig. Dort gibts es bislang auch einen weiteren Erfahrungsbericht zur Pfaff Expression 3.2, den ich vor meinem Kauf bereits gespannt gelesen habe.

Happy Sewing!
Katherina